Gaucin revisited / Gaucin…noch ein Tag

On the occaision of our second visit this year the sun dowsed everything into a bright light. During our exploration of the small village we run across all sorts of charming and strange things: Children who are running a small flea market, swallows under the roof in their nests, a wonderful hair dresse sign fashioned out of wood (or clay?) and last but not least quite a big artillery canon !? What is it doing in Gaucin ?
We were thankful when we ould enter another cool workshop after hiking through the white and hot alleys. We wanted to visit all the work shops which we did not see on the last weekend – but somehow we seem to have missed one.

Bei unserem zweiten Besuch schien die Sonne und tauchte alles in ein helles Licht. Auf unserer Entdeckungsreise durch die Ateliers stoßen wir im Ort auf bezaubernde und merkwürdige Dinge: Kinder, die einen kleinen Flohmarkt abhalten, Schwalben im Nest, ein wunderschön geschnitzes Fiseurschild und erstaunlicher und unerklärlicherweise auch eine ordentliche, ziemlich große Kanone!? Was macht die in Gaucin?
Dankbar waren wir für die angenehm kühlen Ateliers nach dem Gang durch die weißen, heißen Gassen.  Wir wollten alle Ateliers besuchen, die wir am letzten Wochenende noch nicht gesehen hatten – aber irgendwie ist uns eine Nummer entwischt.

Nicht weit vor der Stadt führt uns ein Schotterstraße entlang dem Hang in das wunderschöne Haus von Sara Webb. Umgeben von Kunstwerken ihrer Künstlerfreunde finden sich auf dem Tisch ausgebreitet ihre zarten, delikaten Drucke, die von ihren Aufenthalten in Asien und auch ihrem Lebensraum in Andalusien erzählen. Die Journalistin arbeitet mit verschiedenen Drucktechniken: Kupferradierungen, Holzschnitt, Lithography auf Stein, Linoleum and Mono Prints. Im Garten erholen wir uns von unserer Fahrt und bewundern den weiten Ausblick. Dann ging es weiter in die weiße Stadt.

Just outside the village we follow a gravel road anlong a steep hill to the wonderful house of Sara Webb . Surrounded by the works of art, spread out on a table are the delicate and sensitive prints which mirror the times she has spent in Asia and Gaucin. The former Journalist employs various printing techniques: Copper etchings, wood cuts, lithography on stone, linoleum and mono prints. We lingered and admired the garden and the wonderful view on on we went to the white village.

Eine besondere Überraschung bietet mir der Besuch in Sue Callisters Atelier. Ich mag Fotos – doch meine Liebe gehört der Malerei. Hier im Atelier werde ich bezaubert von Pflanzenbildern, die sich auf einen winzigen Fokus konzentrieren. Beim Betrachten des Jahreszeitenzyklus aus der Umgebung von Gaucin fühle ich mich gleich auf eine Wiese versetzt, die Gräser kitzeln auf der Haut, ein leichter Duft der Wildblumen und ein Hauch Wind sind zu spüren. Die Fotokünstlerin präsentiert in ihrer Galerie auch Fotos von Pflanzen, die direkt auf dem Fotopapier belichtet werden (wenn ich das richtig verstanden habe) und sehr schöne Schwarz-Weiß Fotos, die die Lichtreflexe einfangen. Ihr Ehemann Alberto Saro, auch Fotograf, erzählt uns von Fotoworkshops, die das Paar anbietet. Das macht neugierig. Er ist es, der uns herum führt. Sue haben wir leider nicht getroffen, da Sue lieber fotografiere als ihre Bilder erkläre, sagt Alberto. Das kann ich gut verstehen.

A special surprize for me was the visit to Sue Callisters work shop. I like photos – but my love is painting. In this workshop I am enchanted by the flower pictures which concentrate on a very small focus. Taking in the cycle of the seasons in Gaucin I immediately feel transferred to a meadow, the grass tickles my skin, and I feel a scent of the wild flowers and a soft breeze. The photo artist also shows pictures of plants which are exposed directly on the photo paper (if I understand it correctly) and very beautiful black and white photos which capture the reflecting light reflexes. Her husband Alberto Saro, also a photographer, tells us about photo work shops which are offered by the couple. That kindles the curiosity. He is the one, who shows us around. Unfortunately we did not meet Sue. Accourding to Alberto she prefers to take photos to explaining them. I can fully understand her.

Die Foto hier sind z.T. fotografiert aus Sue Callisters Buch “Mono Cultur” und der Webseite von Sue Callister und Alberto entnommen.
The fotos here are partly fotos taken of Sue Callisters Book “Mono Cultur” and taken from the webside from Sue and Alberto.

Vorbei an Kindern, Schwalben und Kanone tauchten wir in einen kühlen Gang und ein großes, luftiges Atelier, ehemals sicher ein Stall. Hier stellt Vanessa Wilson ihre großformatigen Bilder aus. Schön, dass wir sie grade noch erwischt haben – nach mehr als 12 Jahren in Gaucin zieht es sie nun wieder in ihr Heimatland England. Schade für Gaucin!  Fast wie eine Vorbereitung auf die neuen Landschaften erzählen ihre in kräftigen Farben gehaltenen Bilder, hier in der ländlichen Umgebung gemalt, von Industrielandschaften. Mir gefällt diese expessive Erzählweise. Ganz besonders schön dazwischen ein Mädchenportrait. Vielleicht die Tochter?

We pass the childeren, the swallows and the canon and immerse into a cool corridor which brings us to a large airy work shop, probably a former stable. This is where Vanessa Wilson exhibits her large formatted paintings. We were lucky to have met her – after more than twelve years in Gaucin she will be moving back home to England. What a loss for Gaucin ! Almost as a prelude to the new industrial land scapes to come her paintings, held in rich colors, narrate the scenes, painted here in a country setting. I like this expressive narrative art. Mixed in an especially beautiful portait of a girl. Maybe the daughter ?

Gleich neben an treffen wir Victoria Orr-Ewing, die ihr Studio mit dem franzöischen Gastkünstler Thierry Bascoul teilt. Victorias Landschaften sind sehr realistisch und beschäftigen sich mit dem Licht. Ein Bild von Victoria könnte einem ein Blick aus dem Fenster werden oder man wird ins Auto versetzt und fährt durch die abendliche Landschaft. Thierry malt in kräftigen Farben, sehr figurativ, seine Bilder erzählen Geschichten.

Right next door we meet Victoria Orr-Ewing, who shares her studio with the French guest artist Thierry Bascoul. Victorias landscapes are very realistic and concentrate on the lighting. A painting by Viictoria could be a view from a window or you are transferred into a car and you are driving throughthe evening country side. Thierry paints with deep colors, very figurative, his paintings tell stories.

Zarte Mädchen, die über die Bildfläche fliegen und allerlei Tiere bevölkern das Atelier von Nazomi Hatano, einer japanischen Künstlerin. Auch eine feengleiche Europa reitet im Damensitz den Stier am Ohr. Beim Eintritt ins Haus begegnet man zunächst einer männliche Welt, ein Motorrad und Werkzeuge schmücken das Treppenhaus. Auch im Atelier stehen große schwere Maschinen, eine Druckerpresse, die Nazomi für ihre Drucke nutzt.

Delicate girls which fly across the canvas and all sorts of animals fill the studio of Nazomi Hatano, a Japanese artist. There is also a fairy like “Europa” sitting on a bull behind his ear. When entering the house you are confronted with a male world. The entrance hall is decorated with a motorcycle and tools. There are also heavy machines in the studio, a printing press, which Nazomi uses for her prints.

Kleine Figuren finden wir auch im Atelier von Michael Roschlau. Eine Uhrengallerie mit politischen und geschichtlichen Hinweisen begrüßt uns beim Eintritt. Im Untergeschoss wird es beängstigend:  26 Platten in Heliogravur von den Mumien von Palermo. Mich gruselt es. Die wollen und sollen nicht aufs Foto! Den Künstler habe wir leider nicht angetroffen.

Small figurines can also be found in the studio of Michael Roschlau. A gallery of time pieces with political and historical references greet us as we enter. The downstairs then turns eerie: A series of 26 plates in heliogravure of mummies in Palermo. It gives me a creepy feeling. They do not want to and should not be on a photo ! The artist we didn’t meet.

Die Füße sind müde, der Magen leer. Zeit für eine Pause!

The feet are tired, the stomach empty. Time for a brake!

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Der Tag ist weit fortgeschritten. Es ist der letzte Tag von zwei langen Ausstellungswochenenden. Wir klopfen u laut und rufen Hallo, als wir am Fuße der steilen Treppe stehen, die in die Wohnung und das Atelier von Paddy Robinson führt. Letztes Jahr hatten uns hier auf der Treppe schon Hund und Malerin begrüßt, aber nach diesen Wochenenden werden die Besucher nur noch mit einem fröhlichen “come up” in den zweiten Stock eingeladen. Paddy und der Hund empfangen uns auf der Couch sitzend. Paddys Arbeiten sind von einer atemberaubenden Präzision, Detailliertheit und voller Phantasie. Neben Naturstudien von Tieren und Gräsern gefallen mir besonders ihre abstrakten Gemälde.

We are well into the day, it is the last day of two long week ends of exhibitions. We knock on the door and call hello as we stand at the foot of the steep stairs which leed into the home and studio of Paddy Robinson. Last year we already have been greeted here by the artist and her dog. But after these weekends the visitors are greeted with a friendly “come up” to the second floor. Paddy and her dog welcome us sitting on the sofa. Paddys works are characterized by a breath taking precision, attention to detail and full of fantasy. Aside from nature studies of animals and plants I was especially taken by her abstract paintings.


Zum Glück ist es von hier nicht weit zu unserer letzten Station: zur CASA MOSAICA, dem unglaublich schönen Haus von Emma Cornish, die ihre Wohn- und Gartenräume für die Besucher öffnet. Überall finden sich Mosaike, Mosaiktische und Mosaikteppiche. Einladend und bezaubernd. Man möchte sich gleich irgendwo niederlassen und hier wohnen. Emma entwift die in Marokko hergestellten Mosaike, der Gastkünstler Sebastian Fisher, der seine Eisenskulpturen hier im Haus und Garten ausstellt, schmiedet dazu die sehr schönen Tischgestelle.

Luckily we are not too far from our last station: CASA MOSAICA, the incredibly beautiful home of Emma Cornish, who opens her living quarters and garden area to the visitors. There are mosaics everywhere, mosaic tables and misaic carpets. Inviting and bewitching. You just want to move in, settle down and live here. Emma creates the mosaics and the guest artiststi Sebastian Fisher, who exhibits his forged iron sculptures forges the tasteful and stylish table frames.

Das war ein voller und wunderschöner Tag. Zurück gehts durch die faszinierende Landschaft, erschöpft von vielen Wegen und Eindrücken, bereichert von den vielen tollen Kunstwerken und Gesprächen und glücklich. Irgendjemand haben wir vergessen. Wir werden es herausfinden. Auf alle Fälle kommen wir im nächsten Jahr!

This was an eventful and wonderful day. We drive home through the fascinating country side, exhausted frm the many walks and impressions, enriched by the many great works of art, the conversations and happy. We have forgotten somebody. We will find out who it was. In any case, we will be back next year !

Text and Fotos: Gerrit Oppelland-Hampel
Translation to English: Peter Urban

PS. Now we learned, whom we missed: Lessley  Riddihough   and Stefanie Thomson. What a pity! We will see you next year!

5 thoughts on “Gaucin revisited / Gaucin…noch ein Tag

  1. Schade, daß es so relativ unbekannt ist. Ein toller Bericht. Das wird sicherlich Besucher von Marbella und Umgebung in Zukunft anlocken.

    A shame that it is so relatively unknown. A great Report. This should definitely draw some visitors from the area of Marbella and vicinity.

    Liked by 1 person

    1. Gaucin gehört zur Provinz Málaga. Es liegt außerordentlich malerisch auf einer Bergkuppe zwischen Manilva (rund 100 km westlich von Málaga ) und Ronda.
      Gehört zu den weißen Dörfern, die für Andalusien typisch sind. Der Besuch dort ist wirklich eine Künstlerfreude. Ca. 18 internationale Künstler wohnen dort.

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  2. Hat dies auf Conny Niehoff-Malerei rebloggt und kommentierte:
    Schön immer wieder neue Blogger kennen zu lernen und bei ihnen zu stöbern, zu lesen und sich entführen zu lassen und statt wie vorgehabt meinen Haushalt schnell zu erledigen, war ich in Spanien in einem Künstlerstädtchen und tauchte außerdem in die expressiven Bilder von Farbenrausch-Art Oppelland-Hampel ein…danke für die Ablenkung….was bedeutet schon ein ordentliches Haushalt, wenn man am Laptop auf Reisen gehen kann?

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